Montag, 18. März 2013

the 7th month of my american dream

Heute ist mein 201. Tag in den USA. Jetzt lebe ich hier schon seit 6 Monaten und 19 Tagen. Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie krieg' ich das gar nicht in meinen Kopf rein. Vor 201 Tagen habe ich meinen Eltern mit Tränen in den Augen ein letztes Mal gewunken, bevor ich sie das letzte Mal für 10 Monate gesehen habe und in das Flugzeug gestiegen bin, das mich zu meinem neuen, amerikanischen Leben fliegen sollte. Ich glaube niemand, außer anderen Austauschschülern, wird je verstehen was es heißt alles, was man hatte, seine Familie, Freunde, Gewohnheiten, Schule und das bisherige Leben hinter sich zu lassen. Denn das ist genau was man macht. Klar gibt es Skype, E-Mail und und und, aber am Ende des Tages ist man alleine, in einem vorerst fremden Land, wo man jeden Schritt, der im Heimatland normal war, überdenken muss, weil er anders aufgefasst werden könnte, wo es so wichtig ist, einen guten ersten Eindruck zu machen, weil diese Menschen dich durch das ganze Jahr begleiten werden. Umso stolzer bin ich, dort zu sein, wo ich jetzt bin: in einer Familie, in der ich mich wohl fuehle, als waere es meine eigene, mit Freunden die anfangen zu lächeln wenn ich den Raum betrete und mir die neusten Sachen erzählen und mich fragen ob ich am nächsten Tag mit shoppen gehen will. 
Es sind die kleinen Sachen, die einen bemerken lassen, wie sehr dieses neue Land dein Zuhause geworden ist. Wenn man weiß, wie die Schwester ihre Kekse isst, ob mit Milch, Serviette oder ob sie die Brownies in der Mitte am liebsten mag, wenn man durch die Schule laeuft und genau weiß wo sich was befindet, wobei man doch am Anfang so verloren war, wenn man Insider Jokes mit Freunden hat, die vor einem halben Jahr noch Fremde waren.
In diesem halben Jahr bin ich so sehr gewachsen, in den unterschiedlichsten Bereichen. Ich bin so viel selbstständiger geworden, aufmerksamer und ich habe gelernt, dass so viel was ich zuhause in Deutschland hatte, nicht, wie ich vorher gedacht habe, selbstverständlich ist. Stolz auf mich zu sein und mich so zu akzeptieren wie ich bin. Kleine Dinge wahr zu nehmen und dafür dankbar zu sein. Dass man für etwas, was man will, kämpfen muss!
Die letzten 6 und 1/2 Monate sind nur so vorbeigerast, das gibt's nicht. Realität trifft ein, die Realität dass es bald auch wieder vorbei ist. Aber war es nicht erst gestern, als ich die ganzen Austauschschülerforen durchgesucht habe bis nachts um 3, mir ausgemalt habe, wie mein eigenes Jahr werden würde. Es ging alles so schnell. Ich hab' das Gefühl, dass man erst als Austauschschüler wirklich bemerkt, was es heißt, wenn man sagt ''Time flies''. 
Bevor ich hergekommen bin, habe ich mir versprochen, mindestens jeden Monat zu bloggen, weil ich mich doch als Leser immer so gefreut habe, wenn jemand was neues gepostet hat und mir einen Einblick in das amerikanische Leben gegeben hat. Mein letzter Post ist 5 Monate her und ich weiß gar nicht genau wieso aber vielleicht doch. Man ist so mit seinem eigenen Leben beschäftigt, sich hier einzuleben und wenn man am Ende des Tages todmüde ins Bett fällt, hat man nicht wirklich viel Lust noch zu schreiben. Sorry dafür. Manchmal wünschte ich, ich hätt's gemacht, sodass ich später lesen könnte, wie's mir ging. Aber naja, ich glaube meine Unfähigkeit von früher ein Tagebuch länger als 6 Monate zu schreiben, spiegelt sich hier wieder.
Auf jeden Fall möchte ich ein Austauschjahr für jeden empfehlen. Ich plane jetzt schon zurückzukommen, vielleicht auch für College, Amerika hat's mir angetan. Aber egal wohin ihr geht, ihr werdet daran wachsen und ich finde es ist eine Möglichkeit, die jeder nutzen sollte. Ich fühle mich wirklich als Teil von Amerika. Ich habe eine 2. Familie gefunden, an die ich mich so sehr gefühlt habe und ich kann Gott nicht genug dafür danken, dass ich so viel Glück hatte, obwohl es auch viel mit Anpassungsvermögen zu tun hat! Austausch funktioniert niemals ohne Anpassen. Aber damit habe ich wenig Probleme. :) Ich werde mein ganzes Leben eine amerikanische Familie haben, die mich immer in ihrem Herzen haben wird und die umgekehrt immer ein Platz in meinem haben wird. Ich glaube es gibt nicht viel auf der Welt, die die Gefühle, die ein Austauschjahr dir schenkt, toppen kann.


(falls ihr mehr daran interessiert seid, wie meine Leben dort drüben aussieht, in Bildern etc, folgt mir auf Instagram. Mein Name ist melaey )



Ansonsten,.. ich weiß nicht wann der nächste Post kommt, aber das musste raus. 
Keep your head up and your heart strong.